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Erziehung in der DDR-Literatur: Der Konflikt zwischen Staat und Individuum in Nachdenken über Christa T. und Es geht seinen Gang oder die Mühen unserer Ebene

Bierwolf, Judith
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Die Dissertation befasst sich mit der Beziehung zwischen Staat, Erziehung und Individuum in Christa Wolfs Nachdenken über Christa T. und Erich Loests Es geht seinen Gang oder die Mühen unserer Ebene. Zunächst wird die Erwartungshaltung des Staates an das Individuum herausgearbeitet und im Rahmenwerk der Erziehung kontextualisiert. Es folgt ein Blick auf die Rolle der Literatur als Erziehungsmedium in der DDR und auf die beiden Texte, die dieser Anforderung nicht gerecht werden. Anschließend wird untersucht, wie die Erziehungsmethoden der DDR im Kindesalter der Figuren die Persönlichkeitsentwicklung des Individuums beeinflussen. Kindern wird beigebracht, produktiv zu arbeiten, von den eigenen Gefühlen abzukehren und sich dem Kollektiv anzupassen, auch wenn dies die Individualität unterdrückt. Als nächstes wird das junge Erwachsenenalter der Figuren analysiert. Hier verstärkt sich die Erwartungshaltung des Staates und die Individualität wird stärker unterdrückt. Von institutioneller Seite sowie aus dem privaten Umfeld erleben die Figuren Druck, produktiv zu arbeiten und sich anzupassen. Dieser Anforderung begegnen die Figuren mit Widerwillen, geraten aber auch in Konflikte mit sich selbst und mit ihrem Umfeld. Zuletzt untersucht die Dissertation das Erwachsenenalter der Figuren und die Folgen, die aus der DDR-Erziehung resultieren. Diese führt zu Leistungsdruck am Arbeitsplatz, aber auch zu Druck, an der Erziehung anderer mitzuwirken und seine Kinder und sein Umfeld sozialistisch zu erziehen. Auf die steigenden Erwartungen der DDR reagieren die Figuren mit einem Wunsch nach individuellem Glück, der jedoch der Anforderung, die eigene Individualität dem System unterzuordnen, entgegensteht. Es wird zunehmend schwerer, die eigene Identität zu wahren und im Einklang mit der Gesellschaft zu leben. Daher werden die Figuren dazu getrieben, entweder ihre Identität zu opfern, um dem Konflikt mit dem System zu entkommen, oder ihre soziale Teilhabe zu opfern, um sich selbst treu zu bleiben.
Funder
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University of Galway
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CC BY-NC-ND